Geburtsbericht Emilia (Papa)

05.09.2021

Juhuuu!! Wir bekommen wieder Nachwuchs!! Im Januar 2021 haben wir erfahren, dass wir wieder schwanger sind. Wir haben uns wahnsinnig über die tolle Nachricht gefreut und konnten es eigentlich von Beginn an kaum erwarten endlich zu viert zu sein. Deiner großen Schwester haben wir davon erstmal noch nichts erzählt, dafür war es noch zu früh.

Papa war sich von Beginn an sicher, dass auch DU ein Mädchen wirst und er schon bald mit 3 Frauen unter einem Dach wohnen würde. Nun stellte sich die Frage: wo sollst du denn eigentlich zur Welt kommen? Naiv wie dein Papa war, kam für ihn erstmal nur das Krankenhaus in Frage.

Deine Mama hat von einer Freundin erfahren, dass sie eine Hausgeburt plant. Erst war es für uns kein Thema, aber in deiner Mama arbeitete der Gedanke, ob eine Hausgeburt auch etwas für sie war – das spürte ich. Irgendwann kam sie mit dem Vorschlag zu mir und ich war zu Beginn eher skeptisch, auch weil ich mich damit bislang überhaupt nicht befasst hatte.

Darum haben wir näher informiert und deine Mama fand eine Hebamme, die Hausgeburten durchführt – Regina aus Heinsfarth (ganz schön weit weg fand dein Papa, als wir zum ersten Gespräch bei Regina waren 😊).

Regina war total sympathisch und konnte uns sehr schnell unsere Zweifel und Ängste nehmen. Ich glaube nach 10 Minuten war klar – wir wollen eine Hausgeburt – du sollst zu Hause zur Welt kommen und Regina soll uns dabei helfen!

Die Schwangerschaft verlief total komplikationslos und die Zeit verging wie im Flug. Einzig die Schwangerschaftswochen 6-13 waren für deine Mama wieder extrem anstrengend (müde, müde und nochmal müde). Danach war deine Mama fit und super drauf und wir freuten uns wahnsinnig dich kennenzulernen.

Geburtstermin war Mitte September – aber ich dachte mir schon immer, dass du es nicht ganz so lange aushalten wirst. Du warst nämlich schon im Bauch deiner Mama immer total aktiv und hast getreten und dich in Mamas Bauch gespannt, als wolltest du sagen: lasst mich hier raus, mir wird’s zu eng!

Am 5.9. war es dann soweit. Deine Mama weckte mich in der früh um ca. halb 7 auf und sagte zu mir: „Papa wach auf, ich glaube dein kleines Mädchen macht sich auf den Weg“. Ich war sofort hellwach und aufgeregt, aber überhaupt nicht nervös. Ich wusste, dass deine Mama mit meiner Unterstützung und vor allem mit der Hilfe von Regina das alles bestens machen würde und wir einen tollen Tag erleben werden.

Mama hat gleich Oma angerufen und ihr gesagt, dass es langsam losgeht. Oma hat uns Frühstück mitgebracht und Magdalena mit zu sich nach Hause genommen, damit wir uns ganz auf dich konzentrieren können. Regina haben wir auch informiert, damit sie in Bereitschaft war – erstmal wäre es aber noch zu früh gewesen um sie schon mit zu uns ins Haus zu holen.

Die Wehen setzten ca. alle 8-15 Minuten am Anfang ein und wir wussten: wir haben noch Zeit! In der Wohnung haben wir noch das ein oder andere vorbereitet aber das allermeiste war bereits erledigt, auch die Kliniktasche war gepackt, nachdem ich deine Mama mehrmals gebeten hatte, das jetzt endlich zu erledigen :D.

Das Wetter war sonnig und ca. 23 Grad warm, also machten wir einen entspannten großen Spaziergang mit der ein oder anderen Pause (Wehen). Daheim angekommen hat sich an den Abständen der Wehen nichts geändert. Deine Mama legte sich etwas aufs Sofa zum ausruhen und schlief sogar ein. Ich habe mir etwas zum Mittagessen gemacht und Grip geschaut. Nachmittag kamen die Wehen mal etwas schneller, evtl. alle 6 Minuten, aber irgendwie tat sich nicht viel. Da wir nichts zu tun hatten, gingen wir raus in den Garten. Deine Mama legte sich auf die Gartenliege und ich habe in unserem Beet Unkraut gejätet – ja du liest richtig – es muss ein Bild für Götter gewesen sein. Bei jeder Wehe stand deine Mama auf, atme die Wehe gut weg und danach legte sie sich wieder entspannt auf die Liege. Ich war total froh, dass es Mama so gut ging!

Gegen 17:30 Uhr war es dann soweit. Während einer Wehe platzte die Fruchtblase – oben im Bad oder Schlafzimmer – ich weiß es nicht mehr so genau, weil deine Mama viel wanderte.

Mama war noch zögerlich, ob wir Regina schon anrufen sollten, aber die Wehen kamen nun im 2 Minuten-Takt und ich habe sofort zum Telefon gegriffen. Regina machte sich gleich auf den Weg, sagte uns aber, dass sie aufgrund des Verkehrs ca. 25 brauchen würde.

Wir haben uns derweil noch überlegt, wo wir letztendlich zu Hause entbinden möchten – allerdings kamen die Wehen nun in wirklich kurzen Abständen ca. 1-2 Minuten und deine Mama war langsam etwas wackelig auf den Beinen.

Um 17.10 Uhr kam Regina zur Haustür rein und dann ging alles ganz schnell. Wir hatten uns entschieden, dass du im Wohnzimmer das Licht der Welt erblicken sollst.

Ich räumte noch schnell den Wohnzimmer-Tisch weg und bin dann schnell wieder zu Mama hoch. Regina hat von oben die Matratze und Laken geholt und sehr fix für deine Mama eine angenehme Position zu gefunden, wie es gut für Sie war. Mittlerweile hatten die Presswehen eingesetzt und es war wirklich nicht mehr viel Zeit. Kaum im Wohnzimmer angekommen, hatte deine Mama das Bedürfnis zu pressen und Regina sagt ihr, dass Sie gerne pressen durfte, wenn sie das Gefühl hat.

Gleich am Anfang sagte uns Regina, dass sie bereits das Köpfchen sieht. Dein kleiner Kopf ging zwar nochmal etwas zurück aber kurz darauf war er dann schon gut zu sehen. Ich habe versucht deine Mama zu unterstützen und war die ganze Zeit an ihrer Seite – was mich unglaublich stolz macht, so einen Moment mit begleiten zu dürfen. Deine Mama hat es total gut gemacht, die Ruhe bewahrt und immer wieder mit der nächsten Wehe kräftig im Vierfüßlerstand mit gepresst. Ich war total stolz auf sie und auch auf uns als Paar, wie wir das gemeinsam gemeistert haben. Wenige Presswehen mehr (ich glaube zwei) hast du dann das Licht der Welt erblickt – es war um 18:30 Uhr.

Deine Nabelschnur war um dich gewickelt, was uns nochmal ein wenig Sorgen machte. Leicht blau warst du auch. Du hast aber sofort geatmet und geschrien und bereits nach wenigen Minuten konnten wir beobachten, dass du ein schöne rosige Farbe bekommen hast. Mama konnte dich sofort zu sich nehmen und auf den Bauch/Brust legen. Wir waren überwältigt davon, wie schnell alles ging und das unser kleines Wunder nun bei uns zu Hause im Wohnzimmer bei uns war. Ein paar Minuten warst du erst auf der Welt und schon wolltest du an Mamas Brust trinken. Das hat von Beginn an super geklappt – einfach Wahnsinn!

Nach gemeinsamer Kuschel-Zeit hat sich Regina dann um die Nachgeburt gekümmert, die sich dieses Mal problemlos gelöst hatte.

Deine Mama hat es mittlerweile sehr gefroren und Regina half ihr beim waschen und saubermachen. Ich konnte dich in meine Armen halten und du konntest so deinen Papa kennenlernen.

Als deine Mama versorgt war, wurdest du gewaschen und gewogen und Regina hat die notwendigen Untersuchungen vorgenommen – alles bestens. Du warst 50 Zentimeter groß und 3.200 Gramm schwer.

Wir konnten die gemeinsame Zeit anschließend genießen und haben alles andere um uns herum vergessen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl zu Hause zu dritt am Sofa zu liegen und die ersten Stunden gemeinsam mit dir zu genießen. Regina war die ganze Zeit über total ruhig und hat uns die Sicherheit gegeben, die man für so ein riesengroßes Ereignis braucht! Regina hat am Ende sogar noch alles in die Waschmaschine gesteckt und aufgeräumt – super lieb!

Es lief einfach alles perfekt, genau wie wir es uns erhofft hatten.

Später am Abend konnten wir dich einfach mit in unser Bett nehmen.

Willkommen auf der Welt mein kleiner Sonnenschein – Hallo Emilia 😊

In Liebe dein Papa