Archiv des Autors: hebamme.maier@t-online.de

Mein Weg zur Hausgeburt

Meine ersten drei Kinder hatte ich ganz klassisch in der Klinik entbunden. Die Geburten liefen gut und die Hebammen waren klasse. Über eine Alternative zum Krankenhaus hatte ich mir bis zu dieser Schwangerschaft kaum Gedanken gemacht. Und auch in dem Geburtsvorbereitungskurs meines ersten Kindes wurden lediglich die verschiedenen Kliniken thematisiert. In dieser Schwangerschaft hatte ich Glück. Mein errechneter Entbindungstermin war im Sommer 2023. Anfang des Jahres lernte ich meine Hebamme für die Nachsorge kennen. Im Gespräch fragte sie mich nach meinen Wünschen und ich antwortete, am liebsten hätte ich eine Geburt wie bei den anderen Kindern – so natürlich wie möglich ohne jegliche Eingriffe. Auch eine ambulante Geburt konnte ich mir gut vorstellen. Daraufhin brachte sie zum ersten Mal eine Hausgeburt mit Regina ins Spiel. Ich kann sie gern kontaktieren und mich ganz unverbindlich mit ihr treffen.

Der Gedanke der Hausgeburt war zunächst seltsam. Ich hätte früher nie gedacht, einmal in Erwägung zu ziehen, zu Hause zu entbinden. Hielt ich es in der Vergangenheit eher für unverantwortlich und eigensinnig, bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass viele Eingriffe und Medikamente bei einer Geburt eigentlich nicht notwendig wären. Und auch das, was danach kommt (Abläufe im Krankenhaus, Zeitdruck der Krankenschwestern, kein Nachgespräch mit der Geburtshebamme, etc.) macht mich inzwischen nervös. Im Nachhinein könnte ich etliche Vorteile der Hausgeburt aufzählen.

Regina war sofort aufgeschlossen und bot an, vorbeizukommen, um mir alle meine Fragen zu beantworten. Wir lernten uns gegenseitig kennen und ich hatte auch das Gefühl, sie machte sich ein Bild von mir, inwieweit ich der Typ für eine Hausgeburt bin. Sie berichtete von einigen Geburten, klärte mich aber auch über mögliche Risiken auf. Ihr war wichtig zu betonen, dass nicht jede Hausgeburt auch zu Hause endet und diese in seltenen Fällen in das Krankenhaus verlegt wird. Hierfür übernimmt sie die volle Verantwortung. Es war beeindruckend, auf welchen Erfahrungsschatz Regina zurückgreifen kann. Wir fühlten uns gleich wohl bei ihr und entschieden uns, diesen Weg gemeinsam mit ihr zu gehen.

Wir vereinbarten einen Termin für ein Vorgespräch. Außerdem übernahm Regina die letzte Vorsorgeuntersuchung zwei Wochen vor dem errechneten Termin, damit wir uns noch besser kennenlernen konnten. Für mich war es eine völlig neue Erfahrung, die Vorsorgeuntersuchung bei einer Hebamme zu machen, auch wenn es im Prinzip alles Wichtige umfasst und der Untersuchung beim Frauenarzt keineswegs nachsteht. Im Gegenteil – ohne Praxisräume und Zeitdruck aufgrund der Vielzahl an Patienten gestaltet sich die Untersuchung nochmal persönlicher.

Drei Tage nach unserer gemeinsamen Vorsorgeuntersuchung setzten die Wehen ein. Von leichten Wehen am Vormittag steigerte sich zumindest die Intensität und die Regelmäßigkeit im Laufe des Tages. Als die anderen Kinder im Bett waren, kontaktierte ich Regina gegen 20 Uhr, die nach circa einer Stunde bei mir eintraf. Sie untersuchte regelmäßig die Herztöne unseres Kindes und unterstütze mich mithilfe von Wärmflasche, Massagen und Ölen, während ich auf dem Sofa lag und die Wehen veratmete. Ich genoss es, auf Standard-Maßnahmen der Klinik (Patientenaufnahme, Legen eines Zugangs, etc.) verzichten zu können.

Regina ging während der gesamten Zeit auf mich ein. Sie strahlte eine enorme Ruhe aus, arbeitete höchst professionell und hatte alles unter Kontrolle. Ich konnte mich voll auf sie verlassen. Auch ohne ständige Untersuchungen am Muttermund und CTG, wie ich das von meinen Krankenhausgeburten kannte, hatte sie ein Gefühl dafür, was als nächstes passiert. Die Geburt verlief aus meiner Sicht absolut unkompliziert und ich fühlte mich zu jeder Zeit bestens betreut.

Mit Reginas Hilfe erblickte unser Sohn kurz vor Mitternacht das Licht der Welt. Es war unbeschreiblich schön und einfach unglaublich. Ich konnte es noch gar nicht fassen, mein Kind zu Hause geboren zu haben. Wir lagen im Wohnzimmer und konnten in aller Ruhe unser Baby begrüßen. Und auch die Geschwisterkinder durften ihren kleinen Bruder gleich am Morgen kennenlernen.

Nach der Geburt übernahm Regina die Erstuntersuchung, räumte auf und verabschiedete sich schließlich bis zum nächsten Tag. Am übernächsten Tag besuchte sie uns nochmal, um das Blut für das Screening abzunehmen. Bei Fragen kann ich sie auch heute noch jederzeit anrufen und sie hat immer ein offenes Ohr für mich.

Es war ein Segen für uns, Regina kennenzulernen. Danke für diese unglaubliche Erfahrung!

Geburtsbericht Emilia

Liebe Emilia,
endlich bist du da!

Es war der 9.Juni 2021 als du dich endlich entschieden hattest, geboren zu werden. Der ausgerechnete Geburtstermin war der 30.5.2021. Da du also schon fast 2 Wochen über dem errechneten Termin warst und meine Frauenärztin begann, unruhig zu werden, war ich natürlich heilfroh, als sich am 8. Juni abends endlich leichte Wehen ankündigten.

Da Emilia mein erstes Kind ist, war ich mir zunächst unsicher, ob es wirklich Wehen sind und ob sie bleiben, beschlossen wir, erstmal noch ins Bett zu gehen, abzuwarten und zu beobachten. Doch die Wehen blieben und der Abstand verkürzte sich um Stunde für Stunde. Ich versuchte mich noch, so gut es ging, auszuruhen und Kraft zu tanken, wobei an echten Schlaf nicht mehr zu denken war.

Nachts um 4 Uhr beschlossen wir dann, Regina anzurufen. Sie beauftragte uns, den Wehenabstand genau zu beobachten und uns wieder zu melden, wenn wir bei 4-5 Minuten sind. Das war eine Stunde später dann der Fall, sodass Regina um halb 6 bei uns zu Hause in Donauwörth eintraf.

Wir schürten den Ofen im Wohnzimmer an und bereiteten das Sofa vor, sodass eine gemütliche und entspannende Atmosphäre entstand. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt ca. 5 cm geöffnet. In den folgenden Stunden unterstützte Regina mich in unfassbarem Maße mit Massagen am Kreuzbein, fachkundigen Hinweisen und sehr, sehr viel liebevollen Ermutigungen. Und endlich, ca. 7 Stunden nachdem Regina eingetroffen war, wurdest du um 12:17 Uhr geboren. Du hattest ein Gewicht von 3320g und eine Größe von 52cm (Kopfumfang 35cm) und bist, das ist das Wichtigste, kerngesund.

Nach einer ersten Kuschelrunde auf Mamas Bauch, hast du dir gleich deine erste Mahlzeit schmecken lassen. Du warst von Anfang an topfit, kein bisschen verschmiert und wie Regina sagte: „sehr reif“. Dank Reginas wachem Auge blieb auch die Mama unverletzt und konnte kurz danach in das Schlafzimmer spazieren, um dort in ein wundervolles Wochenbett zu starten.

Wir waren unfassbar fasziniert von dir und konnten dieses Wunder kaum begreifen. Wir waren dabei als du gewogen, gemessen und angezogen wurdest und endlich konnte dich auch der Papa halten. Er war so stolz!

Liebe Regina, unseren herzlichsten Dank, dass du uns diese Traumgeburt ermöglicht hast. Für uns war dieser Tag der schönste in unserem bisherigen Leben – und das haben wir auch dir zu verdanken!

Geburtsbericht Emilia (Mama)

05.09.2021

Im Januar 2021 wurde unser Traum endlich wahr! Wir waren wieder schwanger und freuten uns unglaublich über das kleine Wunder, dass in meinem Bauch wachsen würde.

Eine Freundin plante bereits seit mehreren Monaten eine Hausgeburt. Zu Beginn konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen aber mit der Zeit fixte mich diese Idee so an, dass es im Januar bereits feststand: ich würde gerne zu Hause entbinden. Aber mit wem?

Über das Internet fand ich Regina und ich meldete mich direkt telefonisch bei Ihr. Schon nach 5 Minuten unseres ersten Treffens wusste ich: Das wird klappen! Mit dieser tollen Hebamme und Frau entbinde ich! Auch dein Papa, der zuvor noch etwas skeptisch gewesen war, war nach dem ersten Termin begeistert und stand voll hinter mir!

Die Schwangerschaft verging wie im Flug und ich freute mich schon mit jeder Faser meines Körpers auf die Geburt und darauf unser kleines Mädchen endlich kennenzulernen.

Zur Unterstützung während der Schwangerschaft hatte ich wunderbare Hebammen, Osteopathen, Ärzte und Heilpraktiker an meiner Seite, die mich in meinem Hausgeburtswunsch immer weiter unterstützt haben und mich nie daran zweifeln haben lassen, dass ich das schaffen würde! Ich war unglaublich gestärkt und richtig positiv!

Am 5.9 sollte es endlich soweit sein. Am Morgen um ca. 4:30 Uhr bemerkte ich erste Wehen im Abstand von ca. 8-15 Minuten. Um ca. 6 Uhr weckte ich deinen Papa mit den Worten: „ Papa, wach auf- dein kleines Mädchen macht sich auf den Weg.“ Er war natürlich sofort hell wach! ?

Ganz entspannt rief ich Oma an und bat sie deine große Schwester abzuholen und noch etwas vom Bäcker mitzubringen.

Wir weckten Magdalena und schon eine halbe Stunde später waren dein Papa und ich alleine. Ich duschte ganz entspannt und wir frühstückten gemeinsam. Hier diskutierten wir nochmal über deinen Namen, einigten uns aber voller Vorfreude darauf, dass es bei Emilia bleiben soll.

Natürlich riefen wir auch Regina an, dass es vermutlich heute losgehen würde und in welchem Abstand meine Wehen bereits spürbar waren.

Mir ging es sehr gut und deshalb machten wir noch einen großen Spaziergang. Ab und an mussten wir stehen bleiben, wenn mich eine Wehe übermannte. Sie ließen sich aber gut veratmen. Zu keiner Sekunde zweifelte ich an unserer Hausgeburt oder das irgendetwas nicht klappen würde.

Wir aßen zu Mittag und die Wehen kamen weiterhin nur zwischen 6 und 15 Minuten. Wir sahen ein bisschen fern und am Nachmittag, es war ein warmer, sonniger Tag, begann Papa im Garten Unkraut zu jäten ? Ich glaube diesen Anblick werde ich niemals vergessen. Papa kümmerte sich um das Unkraut im Garten und ich lag auf der Sonnenliege. Während den Wehen musste ich aufstehen und mich an die Hauswand lehnen, um die Wehen gut zu veratmen. Kaum waren die Schmerzen vorüber, legte ich mich wieder ganz entspannt auf die Sonnenliege. Irgendwie rückblickend ein herrlich kurioser Nachmittag.

Da es irgendwie nicht so richtig los ging, rief ich Oma an und bat sie darum, dass Magdalena über Nacht bei Ihr bleiben dürfte. Alle waren gut versorgt.

Immer wieder streichelte ich über meinen Bauch und sprach mir und dir Mut zu. Ich sagte, wie sehr ich mich auf dich freuen würde, dass ich dich als deine Mama immer beschützen und lieben werde und alles für gebe! Das wir die Geburt gut meistern werden und ich schon so neugierig auf dich bin!

Um 17:30 Uhr sollte es dann endlich ernst werden! Während einer Wehe platze die Blase.

Ich holte deinen Vater und ging ins Schlafzimmer um mich umzuziehen.

Für die Hausgeburt war alles vorbereitet und die überzogene Matratze lag im Flur. Hier veratmete ich dann die immer stärker werdenden Wehen. Der Druck nach unten wurde immer größer. Ich glaube ich hätte noch 1-2 Wehen länger gewartet aber deinem Papa wurde es zu heiß (Zum Glück!) und er rief postwendend Regina an. Sie würde sich sofort auf den Weg machen!

Die Pausen zwischen den Wehen wurden immer kürzer und ich spürte, dass es nicht mehr lange dauern konnte. Das der Muttermund bereits geöffnet war spürte ich.

Um ca. 18:15 Uhr war Regina endlich da. Dein Papa öffnete ihr entspannt die Türe und in diesem Moment spürte ich, dass es nun mit den Presswehen losgeht.

Ich konnte den Druck nicht mehr aushalten und war so froh, dass Regina jetzt da war um mich zu begleiten und zu unterstützen.

Ich war immer noch im 1. Stock im Flur und Regina erkannte sofort, dass uns nicht mehr viel Zeit bleiben würde.

Sie fragte mich ob ich lieber ins Schlafzimmer gehen will oder lieber nach unten ins Wohnzimmer. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich lieber im Wohnzimmer entbinden wollen würde. Die Vorstellung mich flach ins Bett zu legen behagte mir irgendwie nicht. Ich spürte, dass ich mich aufrecht oder auf allen Vieren wohler fühlen würde.

Diese Überlegungen dauerten fast nur Sekunden, denn ich wurde wieder von einer Wehe übermannt.

Irgendwie kam ich die Treppe hinunter. Dein Papa hatte den Wohnzimmertisch beiseite gehoben und Regina hatte die Matratze bereits hingelegt und versuchte noch schnell das Laken mit einer Abdeckung zu schützen. Das alles nahm ich nur schemenhaft wahr. Ich war etwas ratlos, wie ich nun entbinden würde aber Regina fand intuitiv sofort die richtige Position für mich. Ich hatte die Arme auf dem Sofa und die Beine auf der Matratze am Boden.

Das Einzige was für mich nun zählte war die Info, dass ich nun endlich pressen dürfte. Das war mein Stichwort!

Während den Wehen presste ich und in den Pausen sprach Regina mir Mut zu und erklärte mir, dass man das Köpfchen bereits sehen würde. Kurz darauf ging das Köpfchen wieder ein wenig zurück. Auch das spürte ich und es war super schön und unglaublich intensiv, dass alles so mitzubekommen und wahrzunehmen.

Dein wunderbarer Papa war immer an meiner Seite und sprach mir fortwährend Mut zu und sagte wie stolz er auf mich sei und wie gut ich das machen würde.

Um 18:30 Uhr war es dann soweit! Du hast das Licht der Welt erblickt! Was für ein durch und durch magischer Moment.

Die Nabelschnur war zweimal um deinen Hals und einmal um deinen Körper gewickelt (du warst immer sehr aktiv im Bauch ? ). Regina befreite dich sofort davon und ich konnte dich endlich hochheben und willkommen heißen! Diesen Moment voller Glück werde ich niemals vergessen!

Wir waren einfach überwältigt und überglücklich!

Ich konnte dich sofort an mich drücken, abküssen und dich willkommen heißen! Regina war unglaublich professionell und entspannt. Obwohl du ein wenig blau warst blieb sie ruhig und schon nach wenigen Minuten konnte man beobachten, dass du sofort an die Brust wolltest um zu Trinken.

Du hast sofort begonnen zu saugen und mir stiegen die Tränen in die Augen, da alles so reibungslos funktionierte. Nach einigen Minuten wurdest du sofort rosig im Gesicht. Ich konnte mein Glück kaum fassen und die Welt stand still. Ich war so dankbar, dass alles so geklappt hatte und ich dich endlich in meinen Armen halten und willkommen heißen dürfte.

Nach viel, viel Kuschelzeit kümmerte Regina sich noch um die Nachgeburt, welche sich dieses Mal problemlos löste. Ein minimaler kleiner Riss wurde von Regina mit 1 Stich genäht und dann begann Regina mich zu waschen und mich einzupacken, da ich begonnen hatte zu frieren.

Als ich versorgt war, haben wir dich gemeinsam gewogen und gemessen und dich schön warm kuschelig eingepackt.

Wir kuschelten uns gemeinsam auf das Sofa und genossen die ersten Minuten und Stunden! Alles war so herrlich entspannt und kuschelig.

Regina war wie eine kleine Fee. Sie räumte ruck zuck alles auf und hatte die Situation voll im Griff. Im Anschluss erledigte Sie das Organisatorische und bereits um 21 Uhr verabschiedete sie sich und wir waren mit dir, unserem kleinen Wunder, alleine.

Wir kuschelten zu Dritt auf dem Sofa und vergaßen die ganze Welt um uns herum. Alles hatte genauso geklappt, wie wir es uns vorgestellt und gewünscht hatten. Eigentlich war es fast schöner und magischer, als ich es mir je hätte erträumen können. Ich war bzw. bin immer noch unglaublich stolz auf uns, dass wir das so geschafft haben! Was für einen tollen Start du ins Leben hattest!

Wir konnten dich dann einfach mit in unser Bett nehmen und es war sofort so, dass wir uns ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen können.

Herzlich Willkommen EMILIA ?

In Liebe, deine Mama! 

Geburtsbericht Emilia (Papa)

05.09.2021

Juhuuu!! Wir bekommen wieder Nachwuchs!! Im Januar 2021 haben wir erfahren, dass wir wieder schwanger sind. Wir haben uns wahnsinnig über die tolle Nachricht gefreut und konnten es eigentlich von Beginn an kaum erwarten endlich zu viert zu sein. Deiner großen Schwester haben wir davon erstmal noch nichts erzählt, dafür war es noch zu früh.

Papa war sich von Beginn an sicher, dass auch DU ein Mädchen wirst und er schon bald mit 3 Frauen unter einem Dach wohnen würde. Nun stellte sich die Frage: wo sollst du denn eigentlich zur Welt kommen? Naiv wie dein Papa war, kam für ihn erstmal nur das Krankenhaus in Frage.

Deine Mama hat von einer Freundin erfahren, dass sie eine Hausgeburt plant. Erst war es für uns kein Thema, aber in deiner Mama arbeitete der Gedanke, ob eine Hausgeburt auch etwas für sie war – das spürte ich. Irgendwann kam sie mit dem Vorschlag zu mir und ich war zu Beginn eher skeptisch, auch weil ich mich damit bislang überhaupt nicht befasst hatte.

Darum haben wir näher informiert und deine Mama fand eine Hebamme, die Hausgeburten durchführt – Regina aus Heinsfarth (ganz schön weit weg fand dein Papa, als wir zum ersten Gespräch bei Regina waren ?).

Regina war total sympathisch und konnte uns sehr schnell unsere Zweifel und Ängste nehmen. Ich glaube nach 10 Minuten war klar – wir wollen eine Hausgeburt – du sollst zu Hause zur Welt kommen und Regina soll uns dabei helfen!

Die Schwangerschaft verlief total komplikationslos und die Zeit verging wie im Flug. Einzig die Schwangerschaftswochen 6-13 waren für deine Mama wieder extrem anstrengend (müde, müde und nochmal müde). Danach war deine Mama fit und super drauf und wir freuten uns wahnsinnig dich kennenzulernen.

Geburtstermin war Mitte September – aber ich dachte mir schon immer, dass du es nicht ganz so lange aushalten wirst. Du warst nämlich schon im Bauch deiner Mama immer total aktiv und hast getreten und dich in Mamas Bauch gespannt, als wolltest du sagen: lasst mich hier raus, mir wird’s zu eng!

Am 5.9. war es dann soweit. Deine Mama weckte mich in der früh um ca. halb 7 auf und sagte zu mir: „Papa wach auf, ich glaube dein kleines Mädchen macht sich auf den Weg“. Ich war sofort hellwach und aufgeregt, aber überhaupt nicht nervös. Ich wusste, dass deine Mama mit meiner Unterstützung und vor allem mit der Hilfe von Regina das alles bestens machen würde und wir einen tollen Tag erleben werden.

Mama hat gleich Oma angerufen und ihr gesagt, dass es langsam losgeht. Oma hat uns Frühstück mitgebracht und Magdalena mit zu sich nach Hause genommen, damit wir uns ganz auf dich konzentrieren können. Regina haben wir auch informiert, damit sie in Bereitschaft war – erstmal wäre es aber noch zu früh gewesen um sie schon mit zu uns ins Haus zu holen.

Die Wehen setzten ca. alle 8-15 Minuten am Anfang ein und wir wussten: wir haben noch Zeit! In der Wohnung haben wir noch das ein oder andere vorbereitet aber das allermeiste war bereits erledigt, auch die Kliniktasche war gepackt, nachdem ich deine Mama mehrmals gebeten hatte, das jetzt endlich zu erledigen :D.

Das Wetter war sonnig und ca. 23 Grad warm, also machten wir einen entspannten großen Spaziergang mit der ein oder anderen Pause (Wehen). Daheim angekommen hat sich an den Abständen der Wehen nichts geändert. Deine Mama legte sich etwas aufs Sofa zum ausruhen und schlief sogar ein. Ich habe mir etwas zum Mittagessen gemacht und Grip geschaut. Nachmittag kamen die Wehen mal etwas schneller, evtl. alle 6 Minuten, aber irgendwie tat sich nicht viel. Da wir nichts zu tun hatten, gingen wir raus in den Garten. Deine Mama legte sich auf die Gartenliege und ich habe in unserem Beet Unkraut gejätet – ja du liest richtig – es muss ein Bild für Götter gewesen sein. Bei jeder Wehe stand deine Mama auf, atme die Wehe gut weg und danach legte sie sich wieder entspannt auf die Liege. Ich war total froh, dass es Mama so gut ging!

Gegen 17:30 Uhr war es dann soweit. Während einer Wehe platzte die Fruchtblase – oben im Bad oder Schlafzimmer – ich weiß es nicht mehr so genau, weil deine Mama viel wanderte.

Mama war noch zögerlich, ob wir Regina schon anrufen sollten, aber die Wehen kamen nun im 2 Minuten-Takt und ich habe sofort zum Telefon gegriffen. Regina machte sich gleich auf den Weg, sagte uns aber, dass sie aufgrund des Verkehrs ca. 25 brauchen würde.

Wir haben uns derweil noch überlegt, wo wir letztendlich zu Hause entbinden möchten – allerdings kamen die Wehen nun in wirklich kurzen Abständen ca. 1-2 Minuten und deine Mama war langsam etwas wackelig auf den Beinen.

Um 17.10 Uhr kam Regina zur Haustür rein und dann ging alles ganz schnell. Wir hatten uns entschieden, dass du im Wohnzimmer das Licht der Welt erblicken sollst.

Ich räumte noch schnell den Wohnzimmer-Tisch weg und bin dann schnell wieder zu Mama hoch. Regina hat von oben die Matratze und Laken geholt und sehr fix für deine Mama eine angenehme Position zu gefunden, wie es gut für Sie war. Mittlerweile hatten die Presswehen eingesetzt und es war wirklich nicht mehr viel Zeit. Kaum im Wohnzimmer angekommen, hatte deine Mama das Bedürfnis zu pressen und Regina sagt ihr, dass Sie gerne pressen durfte, wenn sie das Gefühl hat.

Gleich am Anfang sagte uns Regina, dass sie bereits das Köpfchen sieht. Dein kleiner Kopf ging zwar nochmal etwas zurück aber kurz darauf war er dann schon gut zu sehen. Ich habe versucht deine Mama zu unterstützen und war die ganze Zeit an ihrer Seite – was mich unglaublich stolz macht, so einen Moment mit begleiten zu dürfen. Deine Mama hat es total gut gemacht, die Ruhe bewahrt und immer wieder mit der nächsten Wehe kräftig im Vierfüßlerstand mit gepresst. Ich war total stolz auf sie und auch auf uns als Paar, wie wir das gemeinsam gemeistert haben. Wenige Presswehen mehr (ich glaube zwei) hast du dann das Licht der Welt erblickt – es war um 18:30 Uhr.

Deine Nabelschnur war um dich gewickelt, was uns nochmal ein wenig Sorgen machte. Leicht blau warst du auch. Du hast aber sofort geatmet und geschrien und bereits nach wenigen Minuten konnten wir beobachten, dass du ein schöne rosige Farbe bekommen hast. Mama konnte dich sofort zu sich nehmen und auf den Bauch/Brust legen. Wir waren überwältigt davon, wie schnell alles ging und das unser kleines Wunder nun bei uns zu Hause im Wohnzimmer bei uns war. Ein paar Minuten warst du erst auf der Welt und schon wolltest du an Mamas Brust trinken. Das hat von Beginn an super geklappt – einfach Wahnsinn!

Nach gemeinsamer Kuschel-Zeit hat sich Regina dann um die Nachgeburt gekümmert, die sich dieses Mal problemlos gelöst hatte.

Deine Mama hat es mittlerweile sehr gefroren und Regina half ihr beim waschen und saubermachen. Ich konnte dich in meine Armen halten und du konntest so deinen Papa kennenlernen.

Als deine Mama versorgt war, wurdest du gewaschen und gewogen und Regina hat die notwendigen Untersuchungen vorgenommen – alles bestens. Du warst 50 Zentimeter groß und 3.200 Gramm schwer.

Wir konnten die gemeinsame Zeit anschließend genießen und haben alles andere um uns herum vergessen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl zu Hause zu dritt am Sofa zu liegen und die ersten Stunden gemeinsam mit dir zu genießen. Regina war die ganze Zeit über total ruhig und hat uns die Sicherheit gegeben, die man für so ein riesengroßes Ereignis braucht! Regina hat am Ende sogar noch alles in die Waschmaschine gesteckt und aufgeräumt – super lieb!

Es lief einfach alles perfekt, genau wie wir es uns erhofft hatten.

Später am Abend konnten wir dich einfach mit in unser Bett nehmen.

Willkommen auf der Welt mein kleiner Sonnenschein – Hallo Emilia ?

In Liebe dein Papa

Geburtgeschichte Cajus

Hallo Welt!

Mein Name ist Cajus und ich bin am 28.12.2019 bei uns zuhause auf die Welt gekommen. Ich hatte einen ganz tollen entspannten Start auf dieser Welt und meine Mama eine wunderschöne Geburt. Unsere Geschichte möchte sie euch jetzt erzählen:

ET + 6 Da ich schon mehrere Tage über dem Termin war, machte ich mir zunehmend Gedanken darüber, wie es jetzt wohl weiter gehen würde. Bei meinem ersten Sohn Silas hatte ich eine Einleitung, die mit sehr schmerzhaften Wehen und schlussendlich einer PDA einherging. Dies wollte ich bei dieser Geburt auf jeden Fall vermeiden und hoffte jeden Tag, dass mein kleiner Bauchbewohner sich von selbst auf den Weg machen würde. Regina war noch ganz entspannt, da es dem Kleinen noch sehr gut ging und sie sich keine Sorgen darüber machte, dass er früher oder später von allein auf die Welt kommen würde. Also hieß es für mich weiter abwarten und die Zeit irgendwie überbrücken, nachmittags spazierten wir noch zu Freunden und verbrachten den Nachmittag mit ihnen. Ich bekam, ganz vorausschauend, dass das dem Baby ja einen Schubs geben könnte, eine große Kanne Ingwertee serviert. Wieder zuhause war alles wie jeden Abend, wir aßen zu Abend, brachten den Großen ins Bett und gingen nach einer Folge unserer Serie selbst schlafen. Nachts kam der Silas nach einem Albtraum zu uns ins Bett und ich wanderte, wie schon all die Wochen zuvor aus, um im Wohnzimmer auf der Matratze zu schlafen, welche schon für die Geburt dort bereit gelegt war.

ET+7 Um 03:25 wachte ich mit einem starken Schmerz im Rücken auf. Ich schaute direkt auf die Uhr und dachte mir – „Oh okay, also wenn das jetzt regelmäßiger kommt, dann gehts wohl los.“ Also abwarten, meine Serie wieder eingeschaltet und versucht die Zeit zu überbrücken. Die Wehen kamen alle 8-10 Minuten und ich war mir immer noch etwas unsicher, ob es jetzt WIRKLICH los geht. Die Wehen kamen ziemlich regelmäßig und im liegen war es für mich kaum auszuhalten. Also schlenderte ich durch die Wohnung und stütze mich bei jeder Wehe ab. Gegen 04:15 habe ich noch ein bisschen Obst gegessen und mir vorgenommen gegen 04:30 in die Badewanne zu gehen. Gesagt getan – vorher weckte ich noch kurz meinen Mann. Ich gab ihm Bescheid, dass es eventuell los gehen würde, ich jetzt aber erst mal in die Badewanne gehen würde, um zu schauen ob die Wehen bleiben. Mittlerweile war es 04:40 und ich legte mich in die Badewanne – was jedoch ein ziemlich kurzes Vergnügen war, da sich die erste Wehe in der Wanne so schmerzhaft für mich anfühlte, dass ich einfach nur noch raus und wieder stehen wollte. Also zog ich mich wieder an, weckte erneut meinen Mann und sagte ihm, dass ich jetzt gerne meine Mutter anrufen würde, damit sie Silas holen kann. Martin fragte mich, ob ich den Regina schon anrufen will. Meiner Meinung nach kamen die Wehen aber noch in zu weiten Abständen, weshalb wir noch etwas warten wollten. Stattdessen haben wir uns erst darum gekümmert, dass Silas außer Haus kommt. Nach mehrmaligen Versuchen ging meine Mama leider nicht ans Telefon und ich versuchte meinen Bruder zu erreichen. Der ging zum Glück sofort an sein Handy und sagte uns er wäre in 20 min da, um Silas abzuholen. Martin weckte Silas, erklärte ihm, dass er jetzt endlich zur Oma in den Urlaub fahren dürfte und machte ihn fertig. Gegen 05:20 war mein Bruder dann da und nahm Silas mit. Ab diesem Moment konnte mein Körper endlich richtig loslassen. Ich merkte, wie die Wehen in deutlich kürzeren Abständen kamen (Ich denke zu dem Zeitpunkt waren wir bei allen 5-6 Minuten) und ich beauftragte meinen Mann, Regina anzurufen. Während er noch unbedingt die Küche aufräumen wollte, kümmerte ich mich um mich und meine mittlerweile knackigen Wehen. Ich bat Martin während der Wehen bei mir zu sein und meine Hand zu halten. In den Pausen half er mir, indem er Wasser holte, mich beim umziehen unterstütze und er mir einen kalten Lappen holte,um meine Stirn zu kühlen. Gegen 6 Uhr kam dann auch Regina. Ich stand über unserem Fernsehtisch gebeugt und war bei mir und meinen Wehen, als sie mich fragte ob ich mich nicht auf die Matratze legen wollen würde. In dem Moment fühlte es sich für mich noch nicht richtig an und ich blieb in meiner gebeugten Position, merkte aber langsam die Anstrengung in den Beinen. Nach zwei weiteren Wehen entschied ich mich doch es zumindest mal in Seitenlage zu probieren. Martin war mittlerweile auch ganz bei mir und kümmerte sich nur noch in den Wehenpausen, um warmes Wasser und Kaffee für meinen Damm. Davon habe ich aber längst nichts mehr mitbekommen, da ich mich so mit den Wehen beschäftige, die bereits, ab dem Zeitpunkt als Regina kam, alle 2-3 Minuten kamen. Ich verlor mein komplettes Zeitgefühl. Nach dem alles vorbereitet war, lag Martin ganz nah bei mir und ich hielt seine Hand, die ich während jeder Wehe fest zudrückte. Er redete sanft auf mich ein und half mir beim veratmen. Währenddessen massierte Regina mir den Rücken und legte mir während der Pausen eine warme Wärmflasche auf den Rücken. Es tat mir unglaublich gut und ich konnte jede Pause nutzen um Kraft zu tanken. Regina fragte mich ob ich mal auf Toilette wollen würde und das machten wir dann auch. Auf der Toilette veratmete ich zwei bis drei Wehen und spürte den ersten Druck nach unten und den Drang zu schieben. Regina war sehr aufmerksam und meinte direkt „Toll, wenn du drücken musst, dann drück. Hör auf deinen Körper!“ und so saß ich nochmal ein bis zwei Wehen auf der Toilette, bis wir wieder in unser Wohnzimmer gingen. Im Hintergrund lief leise Entspannungsmusik und neben mir flackerte der Kamin – was mir in diesem Moment wohl ziemlich egal war, aber rückblickend auf jeden Fall positiv für die Gesamtatmosphäre und die damit verbundene Entspannung während der Wehenpausen war. Wehe für Wehe schob ich mein Kind näher durch meinen Geburtskanal, nicht vollkommen schmerzfrei aber ich war so entspannt und freute mich darüber, dass ich bald meinen Sohn kennen lernen dürfte, das die Schmerzen nicht relevant waren. Ich hatte immer im Kopf den Satz „Jede Wehe bringt dich deinem Kind näher“. Dieser Satz hat mir so viel Kraft gegeben. Martin half mir jede Wehe zu veratmen, atmete mit, eng neben mir und half mir in den Pausen locker zu lassen, zu entspannen – Kraft zu tanken für die nächste Wehe. Ich war gedanklich nur bei mir und meinem Kind. Regina bemerkte ich kaum, sie war da, tastete ab und an den Muttermund, hörte zwei – drei mal mit dem Doppler nach den Herztönen des Babys und massierte mir den Rücken während den Wehen. Aber ich fühlte mich in keiner Sekunde unnötig belästigt, was ein sehr großer Unterschied zu meiner Geburt im Krankenhaus war. Ich fühlte mich einfach wohl und vertraute ihr und sie vertraute mir – mir und Cajus, dass wir das gemeinsam schon machen. Ich veratmete meine Wehen und drehte mich in regelmäßigen Abständen von der einen Seite auf die andere. Als ich gerade wieder im Wechsel auf die andere Seite war, wollte ich gern eine Wehe im Vierfüßlerstand abwarten. Das tat mir so gut, und ich konnte gut mit schieben, dass wir beschlossen noch ein – zwei Wehen in dieser Position zu verweilen. Und da platzte endlich meine Blase – ich war so erleichtert, da es für mich wieder einen Schritt näher zu meinem Kind bedeutete und da sie so noch lange intakt war, dachte ich schon, sie wird nie platzen. Martin hat mir im nach hinein erzählt, dass die Blase kurz vor 8 Uhr geplatzt ist. Es tat so gut und ich wollte noch eine Wehe in dieser Position bleiben, danach meinte Regina ob ich mich nicht doch wieder hinlegen wollen würde, da es dem Kind dann leichter fällt durch das Becken zu gleiten. Gesagt – getan, ich legte mich wieder hin. Martin wollte die Wehen wieder mit mir veratmen, als ihn Regina darauf aufmerksam machte, dass ich jetzt gar nicht mehr veratmen solle, sondern das Baby mit auf die Welt schieben solle. Und jetzt ging es auch ganz schnell, nach ein- zwei Wehen, war das Köpfchen am Ausgang meiner Scheide und Regina war sehr bemüht, meinen Damm intakt zu halten. Sie erinnerte mich jedes mal daran, dass ich mit der Wehe schieben soll und nicht einfach pressen soll. Während den Pausen lobten Martin und Regina mich und ich wusste – jetzt hast du es gleich geschafft, halte durch! Mit der nächsten Wehe, steckte das Köpfchen schon halb draußen und ich durfte das klein Köpfchen spüren. Voller Glück sammelte ich meine letzten Kräfte, hielt dem Schmerz der Dehnung entgegen und schob mit der nächsten Wehe dein Köpfchen aus meiner Scheide heraus. „Gleich haben wir es geschafft, Cajus! Gleich können wir uns kennen lernen!“ kreisten die Gedanken in meinem Kopf während ich eine gefühlte Ewigkeit auf die nächste und letzte Wehe wartete, mit der ich dich aus meinem Körper gleiten ließ – und als sie dann kam, schob ich noch einmal mit aller Kraft erst die Schultern und dann den Rest deines kleinen Körpers aus mir heraus.

Völlig Erschöpft aber überglücklich, hörte ich um 08:13 dein Schreien – deinen Willkommensschrei – der uns zeigen sollte, dass es dir gut geht und das du jetzt da bist – bei uns. Ich lehnte mich an deinen Papa und kam etwas zur Ruhe, während Regina dich etwas sauber machte. „ Darf ich ihn denn sehen?“ waren meine ersten Worte und Regina meinte sofort: „ Natürlich, dreh dich um.“ Ich drehte mich um, sie legte dieses kleine Wesen auf meine Brust und ich sah dich an und spürte diese bedingungslose Liebe für diesen kleinen perfekten Menschen. Der zum einen so seinem Bruder ähnlich sieht, und zum anderen doch so anders ist – du bist einfach unser zweites Wunder, unser Kind. Ich schaute Martin an und wir beide hätten in dem Moment nicht glücklicher, stolzer und erleichterter sein können. Regina ließ in der Zeit die Nabelschnur aus pulsieren, machte irgendwas – ich muss ehrlich sein in diesem Moment hatte ich nur Augen für dich, unseren kleinen Cajus – und irgendwann fragte sie mich, ob ich schon Nachwehen verspürte, damit wir die Plazenta noch gebären können. Nachdem Martin die Nabelschnur durchgeschnitten hatte und ich leider immer noch keinen Drang zu schieben hatte, legten wir Cajus erst mal an und ließen ihn ein bisschen an meiner Brust trinken, da das Nachwehen begünstigen kann. Cajus wusste sofort was zu tun ist und schluckte fleißig die ersten Tropfen Vormilch, während ich meine Plazenta aus mir herausschob. Danach schaute sich Regina meine Plazenta ganz genau an und erklärte sie uns. Trotz aller Bemühungen, sind meine alten Schnitte von Silas Geburt etwas eingerissen und mussten noch vernäht werden. Sehr vorsichtig und achtsam ging Regina an die Sache heran. Sie erklärte mir genau, was sie tun muss, betäubte die Haut und nähte die offenen Wunden. Mittlerweile war schon über eine Stunde vergangen und wir kuschelten alle noch auf der Matratze, während ich genäht wurde und dann nahm dich Regina für die U1zu sich. Ich war so gespannt, was du wiegen würdest – da dein Bruder schon so schwer war und mich die gesamte Schwangerschaft das Gewicht des Babys verunsicherte. 4340 Gramm – 55 cm und einen Kopfumfang von 35 cm – WOW! Damit hätte ich nicht gerechnet. Um so glücklicher war ich, dass wir es trotzdem geschafft haben, dass Cajus natürlich auf die Welt kam, ohne Einleitung, ohne PDA und dennoch so schön und fast schmerzfrei. Aber das Wichtigste war Cajus war gesund und alles war so wie es sein soll. Nachdem Regina Cajus angezogen hatte, zog ich mich auch wieder an und wir gingen noch einmal gemeinsam auf die Toilette. Mein Kreislauf war schon wieder ziemlich stabil. Danach legten wir ihn nochmal an meiner anderer Brust an. Während Cajus nochmal trank, räumte Regina alles auf und machte die Wäsche im Keller an. Kurz nach 11 Uhr verabschiedete sie sich fürs Erste und wollte am Abend nochmal nach uns sehen. Wir kuschelten den ganzen Nachmittag und lernten uns langsam kennen.“